Werkstattgespräch zum Thema "Wissenschaftsfreiheit oder unnötige Bürokratie? Berliner Berufungsverfahren auf dem Prüfstand"

Werkstattgespräch zum Thema „Wissenschaftsfreiheit oder unnötige Bürokratie? Berliner Berufungsverfahren auf dem Prüfstand“

BerlHG-Novelle gemeinsam mit allen Beteiligten erarbeiten!
Seit Jahren steht in Berlin die Novellierung des Berliner Hochschulgesetzes aus. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen erarbeitete im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe "Werkstattgespräche - Wissenschaft in Berlin" konkrete Vorschläge für das Parlament, welche Verbesserungen bei der Überarbeitung des Hochschulgesetzes berücksichtigt werden müssen. Wir sind der Überzeugung, dass Wissenschaftspolitik nur funktionieren kann, wenn sie im Dialog und direkten Austausch mit den betroffenen WissenschaftlerInnen, Studierenden, MitarbeiterInnen und anderen Hochschulmitgliedern erfolgt und damit nicht nur von außen, sondern aus den Hochschulen heraus gestaltet wird.

Im Fokus: die überfällige Reform der Berufungsverfahren
Zentraler Punkt in der Berliner Hochschulnovelle muss die Art und Weise sein, wie in Zukunft die führenden Köpfe unserer Hochschulen in Berlin rekrutiert werden. Die Berufung von HochschullehrerInnen ist seit langem ein kontrovers diskutiertes Thema, das immer wieder für Aufsehen - und oftmals auch für Skandale - sorgt. Berufungsverfahren an Berliner Hochschulen haben den Ruf, langwierig, intransparent und bürokratisch zu sein. Moniert wird, dass durch unbesetzte Professuren Lücken in Lehre und Forschung entstehen und hervorragende WissenschaftlerInnen in andere Länder abwandern, deren Verfahren schneller oder besser seien. Die Kritik am praktizierten Verfahren ist vielfältig und kommt aus allen Statusgruppen. Der Wissenschaftsrat hat schon 2005 eigene Empfehlungen für die Verbesserung des Berufungssystems vorgelegt, die die Grünen mit Interesse zur Kenntnis genommen haben.

Die Berliner Grünen setzen sich seit langem intensiv mit dem Thema Berufungen auseinander. Bei diesem Werkstattgespräch am 22. März 2009 von 15:30-18:00 Uhr im Abgeordnetenhaus von Berlin sollten unsere Thesen und Positionen vorgestellt und über weitere Lösungsansätze diskutiert werden. Unser Ziel ist es, in Berlin ein Berufungsverfahren zu etablieren, das die besten Köpfe für die Lehre und Forschung mit weniger Verwaltungsaufwand und vor allem weniger Zeitverzögerung an die Hochschulen bringt. Berliner Berufungsverfahren müssen dringend professionalisiert werden, ohne damit das Recht auf Beteiligung aller Statusgruppen einzuschränken. Und nicht zuletzt ist die Frage der Gleichstellung gerade bei Berufungen immer noch nicht zufrieden stellend gelöst. Das Bundesverfassungsgerichtsurteil von 1972 ist eine Rahmenbedingung, die wir beachten müssen - aber es ist die Aufgabe und Verantwortung guter Wissenschaftspolitik, sich nicht auf alten Konzepten auszuruhen sondern aktiv nach Verbesserungen und neuen Möglichkeiten zu suchen.

Miteinander darüber diskutieren haben:
Prof. Dr. Kurt Kutzler, Präsident der TU Berlin
Brigitte Göbbels-Dreyling, stellvertretende Generalsekretärin der Hochschulrektorenkonferenz
eine VertreterIn der Landes-ASten-Konferenz
Petra Jordan, Vorstandsmitglied der Landesvertretung Akademischer Mittelbau Berlin
Anja Schillhaneck, MdA, wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus
Moderation: Matthias Trenczek, Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Hochschulrecht

Im Fokus der Diskussion stand dabei neben den bereits genannten Punkten auch die Frage nach den Ursachen für die festgestellten Probleme: Sind die Gremien der Akademischen Selbstverwaltung in den Hochschulen ein Bremsklotz oder sind die mangelnde Professionalität vieler Verfahren und das System der Selbstrekrutierung von WissenschaftlerInnen ursächlich für die Probleme? Kommt die Qualität von Lehre als Auswahlkriterium in den klassischen Berufungskommissionen zu kurz, wie es insbesondere von Studierenden beklagt wird? Oder haben Studierende, wie andere behaupten, überhaupt nicht die nötige Kompetenz, das komplexe Auswahlverfahren zu überblicken?

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