Tierversuchsfreie Forschung fördern!

Tierversuchsfreie Forschung fördern!

Anja Schillhaneck, Sprecherin für Wissenschaft, Forschung und Technologie, und Claudia Hämmerling, tierschutzpolitische Sprecherin, sagen zur tierversuchsfreien Forschung:

Tierversuche in der Forschung sind immer umstritten. Fest steht aber auch, dass in der medizinischen und biologischen Grundlagenforschung eine völlig tierversuchsfreie Forschung derzeit nicht machbar ist. Daran wird sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern, weil der Senat einseitig die Tierversuchsforschung fördert und nicht gleichzeitig Maßnahmen zur Förderung der tierversuchsfreien Forschung ergreift, obwohl dies im Koalitionsvertrag vereinbart wurde.

Deshalb kann die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen den Protest der TierschützerInnen gegen Tierversuche, wie er sich jetzt beim Bau des Pathophysiologischen Labors (PPL) am Max-Delbrück-Centrum (MDC) in Buch manifestiert, gut nachvollziehen. Wir erkennen an, dass durch den Bau des PPL die Haltungsbedingungen der Labortiere verbessert wird. Das reicht aber nicht aus. Wir fordern den Senat auf, die Forschung an Ersatzmethoden zügig voranzutreiben.

Wir schlagen vor, dass zur Förderung der tierversuchsfreien Forschung ein Fonds geschaffen wird, der aus einer Tierversuchsabgabe auf Routine-Tierversuche insbesondere im kommerziellen oder wirtschaftsnahen Anwendungsbereich erhoben wird. Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eingereicht. Die so eingenommenen Mittel sollten den Berliner Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen für die Verringerung von Tierversuchen durch andere Forschungsmethoden zur Verfügung gestellt werden.

Außerdem erwarten wir vom Land Berlin und den Wissenschaftseinrichtungen größere Transparenz, was den bislang völlig im Dunkeln liegenden Bereich der "Vorratszüchtung" von Tieren betrifft. Eine hohe Zahl überzähliger oder "unbrauchbarer" Tiere wird dort getötet. Sie tauchen in keiner Statistik auf, weil sie nicht im Versuch eingesetzt wurden. Wir fordern Transparenz über die Zahl aller getöteten Tiere und einen respektvolleren Umgang mit den Lebewesen.

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