Studieren ohne Abitur

Studieren ohne Abitur

Auszug aus dem Plenarprotokoll 16/19

Präsident Walter Momper:

Danke schön, Herr Senator! - Jetzt geht es weiter mit einer Nachfrage von Frau Schillhaneck von der Fraktion der Grünen. - Bitte schön, Frau Schillhaneck, Sie haben das Wort.

Anja Schillhaneck (Grüne):

Herr Senator! Sind Sie nicht auch der Meinung, dass es, selbst wenn es zu einer so begrüßenswerten Vereinfachung des Zugangs ohne Abitur käme, ohne eine gleichzeitige drastische Steigerung der Studienplätze dieser Stadt eigentlich eine Farce ist, wenn man sagt, dass man damit, wie Herr Präsident Markschies es fordert oder es von der OECD-Seite gefordert und versucht wird, die Zahl der Qualifizierten und Akademikerinnen steigern will? Die Zahl der Studienabsolventen kann dadurch nicht steigen!

Präsident Walter Momper:

Herr Senator Prof. Zöllner, bitte schön!

Senator Dr. Jürgen Zöllner (Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung):

Es ist richtig und völlig logisch, dass nur dann mehr studieren können, wenn mehr Studienplätze vorhanden sind und sich die Ausgangssituation so darstellt, dass alle Studienplätze besetzt sind. Deswegen macht Berlin beispielhaft in dieser Republik riesige Anstrengungen, die Anzahl der Studienanfänger zu erhöhen. Ich verweise auf die Vorstellungen des Senats, die auch mit Ihnen im Haushaltsverfahren erörtert worden ist, die Anzahl der Studienanfängerplätze insgesamt gegenüber den Planungen über zehn Prozent anzulegen. Zweitens ist es sicher - das wird sich noch erweisen -, dass nicht für Berlin, aber insgesamt in der Bundesrepublik eine große Anzahl ungenutzter Studienplätze vorhanden ist, die letzten Endes genutzt werden können. Drittens meine ich im Gegensatz zu Ihnen nicht, dass der zentrale Punkt die Öffnung ohne jegliche Voraussetzung ist. Wenn wir dieses Problem auch wieder ehrlich angehen, würde es bedeuten, dass notwendige Voraussetzungen für spezielle Studiengänge innerhalb von Hochschu- len erworben werden müssten, was letztlich zusätzliche Angebote in Hochschulen erforderte, die bisher nicht vorhanden sind. Man muss in der Umsetzung sicher differenzieren, dass es in einigen Fällen generelle Zulassungen zu allen Studiengängen - aus meiner Sicht - geben sollte, in einigen Fällen aber sicher Eingangsvoraussetzungen auch formal zum Wohl der Studierenden notwendig sind, um nicht unnötige Vorlaufkosten in den Universitäten und Fachhochschulen zu erzeugen.

Präsident Walter Momper:

Danke schön, Herr Senator. - Wegen Zeitablauf hat die Fragestunde nunmehr ihr Ende gefunden. Die heute nicht beantworteten Anfragen werden mit einer von der Geschäftsordnung abweichenden Beantwortungsfrist von bis zu drei Wochen wieder schriftlich beantwortet.

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