Senat steckt Mittel zur kritischen Auseinadersetzung mit der Wissenschaftsgeschichte in der NS-Zeit nur in eigenes Projekt

Senat steckt Mittel zur kritischen Auseinadersetzung mit der Wissenschaftsgeschichte in der NS-Zeit nur in eigenes Projekt

Anja Schillhaneck, wissenschaftspolitische Sprecherin, erklärt:

Bis heute gibt es kaum wissenschaftliche Publikationen zur Verstrickung von Berliner Wissenschaftseinrichtungen in die Verbrechen des Nationalsozialismus oder generell zur Geschichte der Berliner Wissenschaftsinstitutionen in der NS-Zeit. Es mangelt einfach an Geldgebern. Denn auch hier gilt: Der Kritiker im eigenen Hause ist unbeliebt - auch in der Wissenschaft, wie eine Anhörung im Mai 2005 im Wissenschaftsausschuss zeigte. Dort kam heraus, dass, wer sich kritisch mit der damaligen Wissenschaftsgeschichte beschäftigt, oftmals keine Möglichkeiten hat, seine Erkenntnisse zu publizieren.

Auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen hat der Wissenschaftsausschuss daher im September 2005 einstimmig beschlossen, Geld für diese Forschung und Publikationen zur Verfügung zu stellen. Obwohl inzwischen das Geld da ist, werden noch immer keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen finanziert und das wird sich bis zum Ende des Haushalts 2006/2007 auch nicht ändern. So die Antwort des Senats auf eine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen. Denn die Senatsverwaltung will lediglich eine eigene Informationsbroschüre aus diesem Topf bezahlen. Und die ist nach fast zwei Jahren noch nicht mal fertig.

So war das aber nicht gemeint! Anstatt WissenschaftlerInnen und damit die unabhängige Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der Wissenschaftsgeschichte zu fördern, steckt die Wissenschaftsverwaltung das Geld in die eigene Tasche. Das ist kein Kavaliersdelikt - das ist skandalös!

Bündnis 90/Die Grünen fordern deshalb, die Gelder umgehend für den ursprünglichen Zweck freizugeben.

part

Leave a Reply

Close
Close

Please enter your username or email address. You will receive a link to create a new password via email.

Close

Close