Rede zum Bäderkonzept

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Vielen Dank, Herr Präsident! - Meine Damen und Herren! Lieber Herr Kollege Buchner!

Wir haben uns ja schon im Ausschuss ausgiebig darüber unterhalten, und wir teilen Ihr Anliegen in ganz großen Strecken. Das Problem, das wir haben, ist Ihr Antrag, der unserer Meinung nach zum einen ein wenig zu kurz springt, weil er sich ausschließlich um das kümmert, was Sie gern als organisierten Sport bezeichnen. Ich würde das, ehrlich gesagt, korrekterweise lieber als vereinsgebundenen Sport bezeichnen, denn auch alle anderen, die sich zusammenschließen, in Schwimmgruppen, die in Laufgruppen oder anderswie gemeinsam Sport treiben, sind ja nicht unorganisiert. Ich glaube, wenn die unorganisiert wären, kämen sie gar nicht zum Sporttreiben. Also an der Stelle würde ich sagen, es geht Ihnen primär um Vereine, und ich denke, das ist dann auch der richtige Begriff.

Man sieht das gleich bei Ihrer Überschrift, und Sie haben recht an der Stelle: Ja, insbesondere die Kinder- und Jugendarbeit von Vereinen - das ist auch im Ausschuss sehr deutlich herausgehoben worden - steht heutzutage vor einer neuen Herausforderung - und das erwähnen Sie übrigens in Ihrem Antrag überhaupt nicht. Durch die fast flächendeckende Einführung des Ganztagsschulbetriebs in vielen Bereichen ist das Fenster, in dem ein Verein oder eine andere Struktur, die gezielte Angebote für Kinder und Jugendliche zum Schwimmenlernen, zum sportlichen Schwimmen oder auch einfach für die Freizeitaktivität Schwimmen machen, immer kleiner geworden. Das ist etwas, was auch wir schwierig finden. Allerdings ziehen wir einen anderen Schluss daraus, und zwar nicht, dass wir uns als Allererstes darum kümmern müssen, wie die Schwimmvereine, die noch aktiv Kinder- und Jugendschwimmen betreiben, prioritär mit Flächen und Schwimmzeiten versorgt werden, sondern wir sagen, wir müssen bitte noch mal einen halben Schritt miteinander zurückgehen und fragen: Wie kommen wir denn insgesamt besser dazu, solche Angebote, so vielen Kindern und Jugendlichen wie möglich zugänglich zu machen? Das ist der Punkt, wo wir sagen, wir teilen Ihr Anliegen sehr weitegehend, aber nicht so weit, dass wir sagen würden, das ist ein guter Antrag. Deswegen haben wir uns im Ausschuss enthalten und werden das auch hier wieder tun.

Sie haben auch die Sache mit den 17 Hallen, was für uns ein großes Mysterium war, wie Sie auf die Zahl 17 kommen, hingewiesen. Jetzt sagen Sie, das sind 20 Vereine, die brauchen 17 Hallen. Welche mathematische Logik dahintersteckt, ist mir jetzt immer noch nicht klar - aber gut. Der Schwimmverband sagt: Wir brauchen 17 Hallen, - dann hat er aus seiner Perspektive sicher recht. Trotzdem stellt sich an der Stelle für uns die Frage: Was ist denn mit den anderen, die nicht vereinsgebundenen Sport treiben? Die hätten wir auch gern berücksichtigt. Wir haben Ihnen im Sportausschuss - ich gebe zu - einen relativ kurzen, knappen Änderungsvorschlag gemacht, um zu versuchen, diesen Aspekt an Ihrem Antrag noch zu heilen. Das wollten Sie nicht haben. Aber ich denke, es gibt einen Punkt, da müssen wir noch mal reden über diese Frage Vereinsorientierung, freies Sporttreiben und insgesamt Integration von Schwimmangeboten für Kinder und Jugendliche auch in Sportangebote, und das ist dann, wenn wir über das Bäderkonzept reden. Auch da haben wir ein kleines Problem mit Ihrem Antrag - Sie sagen, der liegt jetzt schon ein bisschen. Jetzt sind wir an dem Punkt, wo wir - ich glaube, wenn ich den Senator richtig verstanden habe, werden wir im Mai oder Juni dazu kommen werden - wahrscheinlich über ein Bäderkonzept reden können.
[Bürgermeister Frank Henkel: Juni!]
Der Senator sagt gerade Juni. - Vielen Dank! - Ich glaube, dann sollten wir ganz genau darüber reden: Erstens wofür wird da was zur Verfügung gestellt? Wem soll es
zur Verfügung gestellt werden? Wir kommen wir gemeinschaftlich zu einem Prozess, da sinnvolle Prioritätensetzungen stattfinden zu lassen, auch unter Heranziehung von ganz unterschiedlichen Faktoren, regionale Verteilungen, soziodemografische Zusammensetzung der Bevölkerung, der Nutzer/-innenstruktur usw.? Ich glaube, dann wäre Ihr Antrag überarbeitungsbedürftig. Sie wollten ihn unbedingt jetzt haben. Dann werden wir uns jetzt eben enthalten. Er ist nicht schlecht, aber er ist auch nicht so gut, dass wir ihm zustimmen wollten. - Danke!

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