Rede: Dank an den Berliner Sport für seine Willkommensleistung für Geflüchtete

Rede: Dank an den Berliner Sport für seine Willkommensleistung für Geflüchtete

Rede: Dank an den Berliner Sport für seine Willkommensleistung für Geflüchtete

Anja Schillhaneck (GRÜNE): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Sehr geehrte Gäste und Zuschauer und Zuschauerinnen, Zuhörer, Zuhörerinnen!

[Sven Rissmann (CDU): Sternchen, Innen …!]

Der Berliner Sport hat sich in vorbildlichster Art und Weise vom allerersten Tag an dafür eingesetzt, den Menschen, die zu uns kommen, aus Not, aus Krieg, aus Krisensituationen sofort ein Dach über dem Kopf zu bieten, Hilfe anzubieten. Sie haben ihre Hallen geräumt, sie haben auf ihren Plätzen Raum gegeben für Notunterbringungen. Sie haben die Leute mit offenen Armen in ihren Vereinen empfangen, haben jenseits von allen Sprachbarrieren und auch den schwierigen Bedingungen für Geflüchtete bei uns gesagt: Komm, mach mit! Wir spielen Fußball, wir spielen Handball, Basketball, sind eine Hockeymannschaft, mach mit! – Das kann man gar nicht oft genug herausheben. Es ist ganz wichtig, an der Stelle deutlich den Dank an die Vereine, an die Sportler und Sportlerinnen und die Verbandsvertreter und Verbandsvertreterinnen noch einmal heute hier zu äußern.

[Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN – Vereinzelter Beifall bei der SPD und der FDP]

Nun wissen wir alle, dass die eigentlich unhaltbare Situation der als vorübergehend gedachten Unterbringung in Massenunterkünften in dafür beschlagnahmten oder sichergestellten insbesondere Sporthallen erheblich länger gedauert hat, als das je angedacht war. Warum das so war, insbesondere unter der Ägide eines CDU-Senators Czaja, der für den Bereich Soziales usw. zuständig war und seines Kollegen, der für Inneres und Sport zuständig war, und warum es direkt nach dem Wechsel zu Rot-RotGrün mit einem Schlag möglich war, da rauszukommen, anzufangen, die Turnhallen in großem Umfang freizuziehen, das kann eigentlich nur die CDU beantworten. Oder aber, ich weiß nicht, vielleicht ist es auch allgemeine Unerfindlichkeit. Eine Tatsache, der man sich in dem Zusammenhang aber leider stellen muss, ist, dass viele Vereine, auch durch Mitgliederschwund in der Zeit der Belegung ihrer Turnhallen, jetzt ein erhebliches finanzielles Problem haben.

Es ist so, es ist eben nicht nur die Frage von Anmietung von Ersatzflächen, die es in der Form oft gar nicht gab. Es ist nicht die Frage des Umziehens von Sportgerät von einem Ort zum nächsten. Da hängt viel mehr dran. Jede und jeder von Ihnen und von uns, der sich schon mal damit beschäftigt hat, was zur Organisation von Spielbetrieb, von Trainingsbetrieb, von normalem Vereinsbetrieb gehört, weiß, das ist viel mehr. Wir hatten in der letzten Legislaturperiode eine Regelung, die den Vereinen ermöglichen sollte, gewisse Kosten geltend zu machen, um Ersatz dafür zu bekommen. Das Problem ist, das Verfahren war so was von hochbürokratisch, fast niemand wusste davon, wie es wirklich geht, und ganz ehrlich, so ein kleinerer, ehrenamtlich geführter Verein mit einer ehrenamtlichen Kassenwartin und einem ehrenamtlichen Vorstand, die können das auch einfach nicht leisten, die sind keine Verwaltung. Da war die Regelung zwar nett gemeint, aber schlecht gemacht. Diesen Fehler werden wir jetzt ausbügeln. Der Senat hat schon signalisiert, das ist ganz klar, die Vereine dürfen auf keinen Fall hängengelassen werden, und wir sagen ganz klar, wir brauchen eine Regelung, die ganz einfach jedem Verein hilft, der davon betroffen war und ist, dass die Hallen belegt sind, dass Trainings- und Spielbetrieb ausgefallen ist, dass ihnen möglicherweise die Mitglieder davongegangen sind, weil sie gesagt haben, was soll das, wenn wir hier anderthalb Jahre nicht mehr Sport treiben können, die keine Gesundheitskurse mehr haben stattfinden lassen, was übrigens ein relativ wichtiger Punkt im Bereich von Prävention und Rehabilitation ist, solche Angebote genau auch bei unseren Berliner Sportvereinen, und nicht nur bei sehr teuren Rehabilitationseinrichtungen, anzubieten. Das hat in vielen Vereinen so nicht mehr stattfinden können. Die Vereine haben dadurch ein Problem, und ich glaube, es ist mindestens unsere Pflicht, jenseits von einem feuchten Händedruck und einem formulierten Danke dafür zu sorgen, dass sie keine finanziellen Nachteile daraus haben, und genau darum kümmert sich dieser Antrag. Das werden wir umsetzen, und zwar sehr schnell!

[Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN – Vereinzelter Beifall bei der SPD]

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