"Masterplan Wissenschaft" - ein mühsamer Versuch, die Sünden der Vergangenheit zu tilgen

„Masterplan Wissenschaft“ – ein mühsamer Versuch, die Sünden der Vergangenheit zu tilgen

Anja Schillhaneck, wissenschaftspolitische Sprecherin, erklärt:

Der heute verkündete Masterplan "Wissen schafft Zukunft" ist ein Tropfen auf den heißen Stein. In den vergangenen Jahren hat Rot-Rot insgesamt mehr als 200 Millionen Euro aus den Etats von Hochschulen und Wissenschaft gestrichen und die Zahl der Studienplätze erheblich gesenkt. Dieser Schaden ist mit den nun zugesagten Mitteln nicht wieder gut zu machen. Die angekündigte Kofinanzierung und Absicherung der Exzellenzinitiative war längst überfällig und ist auch von Bündnis 90/Die Grünen immer wieder angemahnt worden.

Doch bei den Studienplatzzahlen ergeht sich die Koalition auch weiterhin in Augenwischerei: Erst werden Studienplätze in Diplom- und Magisterstudiengängen an den Universitäten abgebaut. Diese dauerten in der Regel 9 bis 10 Semester. So hat Rot-Rot in der Vergangenheit die Zahl der Studienplätze in Berlin unter ihr selbst gewähltes Ziel von 85.000 gedrückt - nämlich auf 79.000. Dann wird jetzt groß gefeiert, dass Berlin pro Jahr 20.500 Studierende neu aufnehmen wird und die Trendwende geschafft sei. Hier werden aber Äpfel mit Birnen verglichen - nämlich abgebaute 5-jährige Universitätsstudiengänge mit den neuen 3-jährigen Bachelorstudiengängen. Es wird einfach so getan, als hätten die Studierenden nach drei Jahren einen vergleichbaren Abschluss wie früher nach fünf Jahren. In vielen Bereichen ist immer noch der Master der angestrebte Studienabschluss, vergleichbar mit dem Diplom oder Magister. Aber finanziert wird nur der Bachelor. Wie sichergestellt werden soll, dass alle, die dies auch wollen, später den Master absolvieren, bleibt weiterhin unklar.

Einen Lichtblick stellt die angekündigte "Lehroffensive" dar, die allerdings für viele Studierende Jahre zu spät kommt. Gespannt darf man auf die Umsetzung des Masterplans sein. In den Haushaltsberatungen muss Rot-Rot zeigen, wie Ernst sie es mit der Wissenschaftsmetropole meinen - auch, wenn es um so heikle Themen wie den Investitionsstau im Bereich Hochschulbau geht.

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