Lehr- und Forschungsprofessur als Tandem nur für große Fächer?

Lehr- und Forschungsprofessur als Tandem nur für große Fächer?

Anja Schillhaneck, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und wissenschaftspolitische Sprecherin, erklärt:

Fast ein Jahr nach Bekanntgabe der großen Pläne von Wissenschaftssenator Zöllner für die Verbesserung von Lehre und Forschung an den Berliner Hochschulen, hat er auch heute wieder keine zufriedenstellenden Antworten auf die Fragen der Opposition gegeben. Auch wenn die Rückmeldungen aus den Hochschulen zum Teil in eine deutlich andere Richtung weisen - die Senatsverwaltung sieht nirgendwo Probleme.

Das gilt auch für die neu eingeführten Tandems von Lehr- und Forschungsprofessuren. Die "Ausbildungsoffensive" sieht vor, dass zukünftig eine forschungsstarke Professur ihre Lehrverpflichtung reduzieren kann und dafür eine zweite Professur im selben Bereich eingerichtet wird, die fast ausschließlich Lehre macht. Doch gab es weder eine Aussage, wie die kombinierte Stellenkonstruktion von den Hochschulen angenommen wird, noch wollte man sich festlegen was passiert, wenn der durch dieses Modell entstehende Zuwachs an Lehrkapazität von den Verwaltungsgerichten zum Anlass genommen wird, die Zulassung von mehr Studienanfängern in diesen Bereichen durchzusetzen. Fazit: Das Risiko ist und bleibt also bei den Berliner Hochschulen.

Senator Zöllner begnügt sich damit, die ungelösten Probleme mit dem Modellcharakter der neuen Personalkategorie zu entschuldigen. Zudem lässt er darauf hinweisen, dass dieses Modell zudem nur für Fachbereiche mit einer kritischen Mindestgröße in Frage komme. Damit geht der Geldsegen dieser Förderlinie an vielen, in den letzten Jahren kleingesparten Fächern einfach vorbei.

Die Senatsverwaltung darf sich nicht dahinter verstecken, dass die sogenannte "Ausbildungsoffensive" durch die Hochschulen selbst umgesetzt werden muss. Wer wie die Senatsverwaltung letztendlich über die Anträge auf Mittel aus den Töpfen für Lehrprofessuren, vorgezogene Neuberufungen etc. entscheidet, ist nicht raus aus der Verantwortung. Noch lässt sich gegensteuern - wenn man sich ehrlich der Tatsache stellt, dass längst nicht alles rund läuft. Die nächste Gelegenheit, das auch im Ausschuss deutlich zu machen, bietet sich am 2. Juli, wenn der Senator auch auf Bitten der Opposition einen Sachstandsbericht über den Masterplan abgeben wird. Leider gibt es dabei keine Möglichkeit zur Aussprache. Für Bündnis 90/Die Grünen ist das nicht ausreichend. Das Parlament muss sich zeitnah und mit ausreichend Beratungszeit mit einem so großen Programm wie dem Masterplan und seinen Auswirkungen beschäftigen!

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