Langzeitstudierende sind nicht das Problem

Langzeitstudierende sind nicht das Problem

Anja Schillhaneck, hochschulpolitische Sprecherin, erklärt:

Mit der neu entfachten Diskussion um Studienkonten eröffnet Senator Zöllner den Kampf gegen Langzeitstudierende. Aber als Studienkonten verklausulierte Studiengebühren helfen nicht, dass Studierende früher ihren Abschluss machen.

Es ist unredlich, Langzeitstudierende in die Ecke zu stellen. Denn die wenigsten sind Bummelanten. Studienzeitüberschreitungen kommen aus einer Vielzahl von Gründen zusammen. Dazu gehören Erwerbstätigkeit neben dem Studium oder schlechte Organisation des Studiums - auch von Seiten der Hochschulen.

Mit der Modularisierung von Studiengängen, der Zwangsberatung und etlichen anderen Maßnahmen wurde der Druck auf Studierende bereits drastisch erhöht. Strafgebühren sind daher kein sinnvoller Anreiz zum zügigen Studienabschluss. Und sie belasten vor allem jene, die gerade aus der Bafög-Förderung herausgefallen sind oder sich in der Endphase ihres Studiums befinden. Damit droht ihnen, dass sich das Studium verlängert statt verkürzt!

Und keine Studiengebühr, egal in welcher Form, kann die Hauptprobleme lösen: Soziale Ungerechtigkeit im Zugang zu höherer Bildung und die strukturelle Unterfinanzierung des gesamten Bildungsbereichs. Hier ist der Einsatz von Senator Zöllner, der sowohl für Bildung als auch Hochschulen zuständig ist, gefragt.

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