Lange Nacht der Wissenschaften 2016 - Die wunderbare Qual der Wahl

Lange Nacht der Wissenschaften 2016 - Die wunderbare Qual der Wahl

Lange Nacht der Wissenschaften 2016 – Die wunderbare Qual der Wahl

Wie immer bei der Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin steht man vor einer schwierigen Entscheidung: Wie mache ich es, all diese spannenden Orten zu besuchen? Auflösung: Das geht nicht. Und eigentlich ist eine ganz wunderbare Qual der Wahl, denn wo sonst findet man so dicht gedrängt so unterschiedliche, aber immer wieder exzellent aufbereitete, sich an alle Altersgruppen und Interessenspektren richtenden Angebote der Wissenschaft?

Im letzten Jahr haben wir versucht, vor allem Unterschiede (Stadtrand-City, FH-Uni, Geistenswissenschaft-MINT, außeruniversitär-hochschulisch) abzubilden und Kontraste greifbar zu machen - und nebenbei den Delegierten der bündnisgrünen BAG Wissenschaft, Hochschule, Technologiepolitik den Wissenschaftsstandort Berlin näher gebracht.

Dieses Jahr hatte unsere Tour das Motto "Energiewende und Klimaschutz". Zunächst ging es zur Eröffnung an der Technischen Universität mit dem schönen Titel "Sound of Science", bei der das Publikum mitraten konnte, was hinter den Klängen steckte, die prominente Vertreter*innen aus verschiedenen Wissenschaftseinrichtungen mitgebracht hatten. Dann ging es zum Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, wo wir über "Smart City", informierte Energiekund*innen und was das Ganze mit dem Internet zu tun hat, diskutiert haben. Spannend für mich war die Idee, so genannte "Nutzer-Innovator*innen" und Unternehmen oder Ingenier*innen zusammenzubringen, um ihre ganz lebenspraktischen Ideen in Anwendungen umzusetzen, die die Energiewende mit voranbringen können. Gerade da gibt es aber noch ziemlich viele Baustellen, im übertragenen Sinne - bis hin dazu, dass beim so genannten "Smart Meter", dem angeblich Intelligenten Stromzähler ja im Regelfall ja nicht die Kund*innen, sondern vor allem erst einmal die Unternehmen "smart" werden. Ganz schnell waren wir daher bei der Frage, wem eigentlich die ganzen Daten gehören und gehören sollten, wie es mit informationeller Selbstbestimmung in "smarten" Zeiten ist, und welche Anforderungen an Politik und kluge Regulation das produziert.

Nächster Halt war die Hochschule für Technik und Wirtschaft, wo wir uns über den Studiengang Regenerative Energien informiert haben, Labors und Versuchsaufbauten angesehen und auch ein wenig über die Zukunft der Wärme- und Energiespeicherung diskutiert haben. Und wir wissen jetzt auch, was Zeolithe sind, und was man mit ihnen machen kann!

In Adlershof waren wir bei BESSY II, dem Elektronenspeicherring, einer der größten Forschungs- und irgendwie auch wissenschaftlichen Serviceeinrichtungen Berlins. BESSY II und seine hoffentlich kommende Weiterentwicklung in einen Ring, der unterschiedlich gepulste Synchrotronstrahlung zur Verfügung stellt am selben Ort (ermöglicht ohne Umbau mehr unterschiedliche Messungen, hat also einen echten Mehrwert für die Wissenschaft) sind Kernstück der Neuausrichtung des Helmholtzzentrum Berlin, im Zuge derer auch der oft umstrittene Forschungsreaktor am Standort Wannsee 2020 geschlossen und danach rückgebaut wird. Insgesamt liegt in der Entwicklung und Untersuchung von Materialien für Solarthermie, Photovoltaik und Speicherung, aber auch Energieeffizienz, auch die Zukunft des Helmholtzzentrum Berlin.

Zu guter Letzt und kurz vor Toresschluss besuchten wir noch die Meteorologie der Freien Universität. Wetter als spürbarer Ausdruck von Klima und auch Veränderungen von Klima ist superfaszinierend. Und auf der Spitze des alten Wasserturms gibt es immernoch die Beobachtungsstation, auf der stündlich gemessen und geguckt wird - die gute alte "Augenbeobachtung" ist noch nicht abgemeldet. Zwei Drittel des Tages wird die Beobachtungsstation übrigens von einem Verein betrieben, in dem hautpsächlich Studierende engagiert sind und Schichten übernehmen.

Alles in allem auch dieses Jahr wieder: Eine gelungene lange Nacht der Wissenschaften! Danke an alle Organisator*innen und Ansprachpartner*innen vor Ort, die sich die Zeit genommen haben, einer neugierigen wissenschaftpolitischen Sprecherin und Vizepräsidentin  und ihrem Team neben dem teilweise ohnehin überwältigenden Andrang Rede und Antwort zu stehen, uns hinter die Kulissen blcken zu lassen, und uns an ihrer Leidenschaft für ihre Wissenschaft teilhaben ließen.


alle Bilder: Anais Bordes. Alle Rechte vorbehalten.

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