Hochschulzugang ohne Abitur und "Eingangsprüfungen": Guten Morgen, Herr Markschies!

Hochschulzugang ohne Abitur und „Eingangsprüfungen“: Guten Morgen, Herr Markschies!

Anja Schillhaneck , wissenschaftspolitische Sprecherin, erklärt:

Der Präsident der Humboldt Universität zu Berlin (HU) hat sich dafür ausgesprochen, auch Menschen ohne Abitur den Zugang zur Hochschule zu ermöglichen. Recht hat er - und deswegen gibt es diese Regelung zumindest für Berufserfahrene schon lange im § 11 des Berliner Hochschulgesetzes. Das weiß auch das Immatrikulationsamt der HU und das weiß auch Herr Markschies, weswegen vor allem der Appell bleibt, diese Möglichkeit stärker als bisher zu nutzen - ein Appell an Studieninteressierte und an die Hochschulen selbst, weniger an den Gesetzgeber.

Aber vielleicht ging es Herrn Markschies auch eher darum, eine Lanze für so genannte "Eingangsprüfungen" zu brechen. Die seien nach seiner Vorstellung genauso wichtig wie die Abiturnote. Da hat er Unrecht. "Eingangsprüfungen" kann es an unseren Hochschulen nur in Fächern geben, die z. B. eine künstlerische Begabung voraussetzen. Alles andere sind "Auswahlverfahren", die auch nur dann erlaubt sind, wenn es zu wenige Studienplätze für alle BewerberInnen gibt. Dann dürfen zusätzlich zur Abiturnote andere Kriterien herangezogen werden, wie z. B. berufspraktische Vorerfahrungen oder eine Gewichtung der Abiturnoten. Alles andere ist schon rein verfassungsmäßig nicht erlaubt. Und das sollte auch so bleiben - schon jetzt ist das Abitur statt einer "Allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung" in Berlin vor allem eine "Bewerbungsberechtigung". Wer darauf noch Eingangsprüfungen setzen will, fördert nicht die vermeintlich Begabten, sondern legitimiert nur den Mangel an Studienplätzen!

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