Gedenkfeier für die Opfer des Genozids an der armenischen Bevölkerung des osmanischen Reichs im Französischen Dom

Gedenkfeier für die Opfer des Genozids an der armenischen Bevölkerung des osmanischen Reichs im Französischen Dom

Gedenkfeier für die Opfer des Genozids an der armenischen Bevölkerung des osmanischen Reichs im Französischen Dom

Vor 99 Jahren begann der Völkermord an den Armenierinnen und Armeniern mit der Festnahme (und anschließend Deportation und Tötung) der armenischen Eliten in Konstantinopel. Zwischen April 1915 und Juli 1916 wurden ca. zwei Drittel des armenischen Volks, das auf dem Gebiet des osmanischen Reichs wohnte, von der damals regierenden Jungtürkenbewegung ermordet (zwischen 600.000 und 1,5 Millionen Opfer).

Obwohl sich die türkische Regierung bisher immer verweigert hat, dieses organisierte Massaker als Völkermord anzuerkennen, hat sich am 23.04.2014 der türkische Premierminister Erdoğan überraschenderweise offiziell zu den Massakern am armenischen Volk geäußert und sein Mitgefühl ausgedrückt. Dies ist ein erster wichtiger Schritt in Richtung Versöhnung mit Armenien.

Als Vizepräsidentin des Abgeordnetenhauses von Berlin und als grüne Politikerin war es mir besonders wichtig, den Armenierinnen und Armeniern an diesem Gedenktag beizustehen.

Insgesamt waren es über 400 Personen, die sich am letzten Donnerstag im Französischen Dom am Gendarmenmarkt versammelten. Die Armenische Gemeinde zu Berlin e.V. und die Armenische Kirchen- und Kulturgemeinde e.V. hatten zu der Gedenkveranstaltung eingeladen. Das Programm bestand aus einer Mischung von Kunst, Vorträgen und Gebet. Nach einer Begrüßung des Vorsitzenden der Armenischen Gemeinde zu Berlin hielt der armenische Botschaftsrat Ashot Smbatyan eine Rede, in der er eine Parallele zwischen der damaligen Situation der ArmenierInnen und der heutigen Situation der SyrerInnen zieht. Darüber hinaus betonte er: "Die Würde des Menschen ist unantastbar und das gilt auch nach seinem Tod. Die Leugnung [des Völkermords] verletzt die Würde des Menschen".

Bevor der Wissenschaftler Prof. Dr. Lucian Hölscher einen Vortrag über den Geschichtsbruch hielt, den der Erste Weltkrieg darstellt, fand ein musikalisches Zwischenspiel statt. Hrachuhí Bassénz, Sopran und Ensemblemitglied des Staatstheaters Nürnberg, zusammen mit Anahit Ter-Tatshatyan am Klavier haben sowohl Werke von Komitas Vardapet, einem zeitgenössischen armenischen Komponisten, als auch traditionelle Lieder des 10. Jahrhunderts interpretiert. Anschließend las die Schauspielerin Anne Osterloh herzergreifend aus den Lebenserzählungen von Yeghisapet Malakian, Mitglied einer Opferfamilie.

Schließlich wurde ein gemeinsames Gebet für die Seelen der Opfer von S.E. Erzbischof Karekin Bekdjian, Primas der Armenischen Kirche in Deutschland, geleitet. S.E. betonte, dass nicht nur für die armenischen Opfer gebetet wird, sondern auch für die türkischen Beamten, für die Türken, Kurden, Araber, die ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt haben, um das Leben von Armenierinnen und Armeniern zu retten.

Der rote Faden der Veranstaltung lag ganz klar bei der Aufforderung zur weltweiten Anerkennung des Völkermords an der armenischen Bevölkerung durch den osmanischen Reich. Dabei geht es den Vertreterinnen und Vertretern der armenischen Gemeinde nicht um irgendwelche Schuldgefühle der heutigen Türkinnen und Türken, sondern viel mehr um eine offizielle Distanzierung von diesen Taten seitens der türkischen Regierung. Nur so sei ein politischer Rahmen geschaffen, damit die Opfer nicht vergessen werden und ihren Nachkommen eine Zukunft eröffnet wird. Nur so sei ein Weg für die Versöhnung zwischen den Nachfahren der Opfer und den der Täter geschaffen.

Kurz vor der Gedenkveranstaltung Kurz vor der Veranstaltung Kurz vor der Veranstaltung S.E. Erzbischof Karekin Bekdjian, Primas der Armenischen Kirche in Deutschland (Mitte) S.E. Erzbischof Karekin Bekdjian, Primas der Armenischen Kirche in Deutschland (Mitte rechts) Herr Vartkes Alyanak, Vorsitzender der armenischen Gemeinde zu Berlin Herr Ashot Smbatyan, armenischer Botschaftsrat Frau Hrachuhí Bassénz, Sopran und Ensemblemitglied des Staatstheaters Nürnberg Frau Hrachuhí Bassénz, Sopran und Ensemblemitglied des Staatstheaters Nürnberg Gedenkfeier für die Opfer des Genozids an der armenischen Bevölkerung des osmanischen Reichs im Französischen Dom Gedenkfeier für die Opfer des Genozids an der armenischen Bevölkerung des osmanischen Reichs im Französischen Dom Herr Prof. Dr. Lucian Hölscher, Ruhr-Universität Bochum Frau Anne Osterloh, Schauspielerin und festes Mitglied im Internationalen Schauspiel-Ensemble am Theaterhaus Stuttgart Anne Osterloh liest aus den Lebenserzählungen von Yeghisapet Malakian, Mitglied einer Opferfamilie

part

Leave a Reply

Close
Close

Please enter your username or email address. You will receive a link to create a new password via email.

Close

Close