Bildungstag in Marienfelde mit Bettina Jarasch

Bildungstag in Marienfelde mit Bettina Jarasch

Bildungstag in Marienfelde mit Bettina Jarasch

Gemeinsam mit unserer Landesvorsitzenden Bettina Jarasch und der bildungspolitischen Sprecherin und Spitzenkandidatin der grünen BVV-Liste, Martina Zander-Rade, habe ich am 29. Juni 2016 den ersten einer  geplanten Reihe von Besuchen bei Marienfelder Bildungseinrichtungen unternommen. Zunächst haben wir uns an der Kiepert-Grundschule schwerpunktmäßig über die Arbeit der Willkommensklassen informiert. Aber auch andere Herausforderungen wie die Schwierigkeiten der Gewinnung von Grundschullehrer*innen (es gibt einfach zu wenige!) waren Thema. Die Kiepert-Grundcshule gehört den Berliner Schulen, die wahrscheinlich am längsten Erfahrung mit dem Modell Willkommensklassen habe, da hier schon immer die Kinder aus dem früheren Aussiedlerwohnheim, jetzt dem Übergangswohnheim zur Schule gingen. Wir waren sehr beeindruckt von dem Engagement der Schule und der einzelnen Lehrer und Lehrerinnen, aber auch er Elternschaft. Um so unangenehmer ist es erfahren zu müssen, dass zum Beispiel Mittel, die eigentlich für die Ausstattung oder Unterstützung der Flüchtlingskinder da sind, nur langsam ankommen, Extrastunden immer nur zum Schuljahresanfang berechnet werden (die Kinder kommen aber irgendwann!), und der Wechsel in die Regelklasse allein dadurch schon behindert wird, dass in Regelklassen keine Plätze freigehalten werden dürfen. Hier zeigt sich in vielfältiger Weise, wie sehr die (gut gemeinten) Regelungen und Verordnungen von Landespolitikseite oft an den realen Bedingungen vor Ort an den Schulen vorbeigehen. Drastische Vereinfachung von Abläufen und die Umsetzbarkeit an den Schulen müssen in den Vordergrund gerückt werden, sonst nützen noch so tolle, formal vorhandene Unterstützungsmaßnahmen und Regelungen nichts.

Unser nächster Besuch galt einer ziemlich neuen Kita in Marienfelde, die nach weniger als sechs Monaten bereits fast voll im Betrieb ist und viele Kinder mit Fluchthintergrund aufgenommen hat. Das Kitakonzept lehnt sich stark an ein schwedisches an, das Sprachförderung, Integration und das Ankommen in einer neuen Gesellschaft in den Vordergrund rückt, und dabei auch stark auf Elternarbeit setzt. Der Austausch mit der Leitung war sehr fruchtbar, und auch hier haben wir wieder viele Anregungen mitgenommen, was ganz praktische Verbesserungsmöglichkeiten betrifft, damit gut gemeinte Regelungen sich auch tatsächlich in nutzbaren Ressourcen in der Kita vor Ort auswirken.

Der dritte Teil unseres Besuchs führte uns ins 3D Medienhaus, das offene und gruppenbezogene Jugendarbeit, Medienarbeit, eine Stadtteilbibliothek und vieles mehr konzeptionell und unter einem Dach bzw. zwei Dächern ganz nahe beieinander vereint. Für mich sehr witzig war, dass ich als älteres Kind und Jugendliche dieselben Räumlichkeiten bereits als Jugendfreizeitheim kennengelernt habe und noch sehr genau weiß, wo der Kicker stand, und wo die Teestube war. Nach einer ziemlich wechselvollen Geschichte in den letzten zehn Jahren konnten wir uns selbst davon überzeugen: Der jetzige Träger, das NUSZ, und seine Beschäftigten machen dort eine sehr gute Arbeit. Das Medienhaus ist einer der zentralen Knotenpunkte im Netzwerk der Gemeinwesenakteure in Marienfelde, ohne die kaum etwas hier laufen würde.

Danke für einen spannenden Vormittag mit guten Einblicken und ganz konkreten Hinweisen, was Politik sinnvoll verändern müsste, damit es läuft oder besser läuft.

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A-Team

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