Arm aber Olympia - was bringen die Spiele Berlin?

Arm aber Olympia - was bringen die Spiele Berlin?

Arm aber Olympia – was bringen die Spiele Berlin?

Während die führenden Berliner Wirtschaftsverbände an jenem Abend in geschlossener Veranstaltung die DOSB-Funktionär*innen zum Dinner ins Bode-Museum eingeladen hatten, um Ihnen die Vorzüge der Stadt als Olympiaaustragungsort näherzubringen, lud der bündnisgrüne Landesverband zur Debatte "Arm, aber Olympia?" ins taz-Café ein - offen für alle, und mit Livestream zum Gucken für die, die es nicht in die Rudi-Dutschke-Straße schafften.

Unter dem Titel "Arm, aber Olympia - was bringen die Spiele Berlin?" wollten wir aus unterschiedlichen Blickwinkeln jenen Teil der Argumente pro und contra Olympia beleuchten, die sich auf die Frage nach Kosten und Nutzen beziehen. Moderiert von den beiden Landesvorsitzenden, Bettina Jarasch und Daniel Wesener, diskutierten zunächst als Podiumsdiskussion und dann mit dem Publikum Prof. Karl Brenke (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.), Imke Duplitzer (Sportlerin und Olympiateilnehmerin), Tilmann Heuser (BUND Berlin) und Anja Schillhaneck.

Sehr schnell wurde klar, dass alle insbesondere die Kritik am IOC und der Durchkommerzialisierung der Olympischen Spiele teilen. Imke Duplitzer konnte aus ihrer Erfahrung als Olympiateilnehmerin nachvollziehbar und amüsant aufzeigen, wie sich das "Erlebnis Olympia" in den letzten zwanzig Jahren verändert hat, und warum das längst nicht mehr das tolle Sportfest ist, das gern beschworen wird. Tilmann Heuser brachte neben der Frage nach sinnvollen Partizipationsstrukturen die Idee eines Gegenentwurfes zum herrschenden Olympiabild ein - und die klare Ansage, man solle Ideen für eine Olympiabewerbung 2024 besser lassen, sondern wenn, dann mit einem gemeinsam entwickelten Gegenentwurf für 2028 ins Rennen gehen. Prof. Karl Brenke zeigte neben dem volkswirtschaftlichen Blick auch die Absurdität der Risikoverteilung auf, die zumindest bislang zwischen IOC und Austragungsort herrscht. Inwiefern die IOC-Reform dies relevant ändern wird, ist noch nicht ganz absehbar. Von daher plädierte Brenke statt für den Gegenentwurf eher dafür, die Stadt dem IOC anzubieten - sofern das IOC alle Kosten selbst trägt!

Aus grüner Fraktionsperspektive ließ sich auch Montag feststellen: Weder können wir bislang genug darüber sagen, was für Kosten auf uns zukommen, noch ist bislang genug über die großen Themen wie Sicherheit & Polizei, über exklusive Zonen für die globalen Sponsoren oder auch über die konkreten Auswirkungen von gerade in Veränderung begriffenen technical Manuels und anderen IOC-Regelwerken bekannt ist. Einiges davon könnte der Senat ändern, wenn er denn wollte; er scheint aber nicht zu wollen. So aber kann man eigentlich niemandem raten, einfach die Katze im Sack zu kaufen - zumal, wie Bettina Jarasch so klar feststellte: Berlin braucht Olympia nicht, um attraktiv zu sein.

Anja Schillhaneck erklärt die Kostenfrage Arm aber Olympia – was bringen die Spiele Berlin? Tilmann Heuser vom BUND Berlin Der Panel: Bettina Jarasch, Karl Brenke, Anja Schillhaneck, Imke Duplitzer, Tilmann Heuser und Daniel Wesener (von links nach rechts)

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