Abgeordnetenwatch für die Wahl am 18. September 2011 am Start

Abgeordnetenwatch für die Wahl am 18. September 2011 am Start

Wie schon zu den vergangenen Jahren gibt es die Möglichkeit, Fragen an die Kandidierenden zum Abgeordnetenhaus über die poltiisch neutrale Seite www.abgeordnetenwatch.de zu stellen (früher mal www.kandidatenwatch.de für Kandidierende, www.abgeordnetenwatch.de für die zeit innerhalb der Legislaturperiode) - also direkt und nicht über das von einigen dann vielleicht doch etwas verschmähte Mittel der Webpräsenzen der Parteien.

Nur: Leider lässt sich www.abgeordnetenwatch.de komplett auf die Bezirke/Wahlkreise-Logik ein, die ich primär von genau drei zur Wahl antretenden Parteien kenne (traditionell SPD, CDU, FDP), die mit Bezirkslisten antreten, und von denen zwei (SPD, CDU) traditionell stark auf einen personalisierten Erststimmenwahlkampf seztzen.

Auf der Webseite heißt es: "In Berlin werden am 18. September in 78 Wahlkreisen die Mitglieder des neuen Abgeordnetenhauses gewählt. Über abgeordnetenwatch.de können Sie die Kandidatinnen und Kandidaten im Vorfeld der Wahl öffentlich befragen. Die Antworten finden Sie hier ebenfalls veröffentlicht."

Stimmt nicht ganz: Am 18. September 2011 werden einerseits 78 Mandate über die Wahlkreise vergeben, aber andererseits die Gesamtzusammensetzung des künftigen Abgeordnetenhauses vom Kräfteverhältnis her durch die Zweitstimmen bestimmt. Das Abgeordnetehaus hat aber eine Mitgliederzahl von mindestens 130 Abgeordneten. Es werden also zuerst die Stimmanteile nach zweitstimmenergebnis festgestellt, dann die per Direktmandat errungenen Sitze 'abgezogen', und dann geguckt, auf wen nach Listenreihenfolge die restlichen Sitze entfallen (ja, das ist die 'quick&dirty'-Erklärung, ich weiß - wer es genauer wissen möchte: Landeswahlgesetz, 2. Abschnitt)

Wer also zum Beispiel auf der Landesliste einer Partei auf einem aussichtsreichen Listenplatz steht, aber keinen Wahlkreis 'hat', ist über www.abgeordnetenwatch.de nicht befragbar. Nun ließe sich einwenden, dass es bei diesen KandidatInnen ja nicht um ihre Person ginge - aber wenn es nicht um sie selbst geht, dann doch meistens immernoch um die Themen, die diese KandidatInnen vertreten oder vertreten wollen, denn dann sind sie wahrscheinlich deswegen von ihrer Partei auf die Landes- oder Bezirksliste gewählt worden.

Schade. Ich finde das Angebot gerade deswegen gut, weil es eben nicht an die Parteiwebseiten gekoppelt ist und direkten Zugang zu den vielen, vielen KandidatInnen ermöglicht.

Wer mich was fragen will, muss das leider auf anderem Wege tun (z. B. per E-mail) - denn ich kandidiere nicht 'direkt'.

...womit dann auch klar wäre, warum ich das hier schreibe - ich finde es einfach schade, dass viele von unseren KandidatInnen auf aussichtsreichen Listenplätzen bei abgeordnetenwatch nicht vorkommen. Aber dafür gibt es ja dann die Übersicht über die grüne Landesliste

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